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Warum kein privater Investor die Badebucht übernehmen wird

Jan Luechau 20. März 2025
4 Kommentare zu “Warum kein privater Investor die Badebucht übernehmen wird”

…und auch ein kommunales Erlebnisbad à la Arriba keine Lösung ist.

Die Badebucht ist inzwischen sichtbar in die Jahre gekommen. Seit der Eröffnung im Jahr 2006 befindet sich das Bad zwar grundsätzlich in einem altersgerechten Zustand, doch notwendige Investitionen wurden aufgrund der angespannten Haushaltslage mehrfach zurückgestellt. Mittlerweile sind diese Investitionen jedoch unumgänglich geworden, da einige Schäden bei weiterer Verschlimmerung sogar eine sofortige Schließung erforderlich machen könnten.

Erhebliche finanzielle Mittel müssen ohnehin in die Badebucht investiert werden. Zudem nimmt der Zuschussbedarf der Kombibad GmbH aufgrund steigender Personal- und Energiekosten weiter zu. Aus diesem Grund diskutieren Verantwortliche bereits seit einiger Zeit über mögliche Konzeptänderungen.Ziel ist es, die wirtschaftliche Belastung langfristig zu reduzieren.

Dabei ist den meisten Beteiligten klar, dass eine vollständige Schließung keine sinnvolle Option darstellt. Die Schwimmbäder der umliegenden Gemeinden verfügen kaum über freie Kapazitäten, um Schulen und Vereine aus Wedel aufzunehmen. Wer eine Schließung ohne angemessene Alternative fordert, muss die weitreichenden Konsequenzen bedenken.

Aktuell beträgt der jährliche Zuschussbedarf etwa 2,4 Millionen Euro. Ursprünglich war zu Beginn des Betriebs lediglich ein Zuschussbedarf von 1,1 Millionen Euro geplant – eine Summe, die sich bereits kurz nach der Eröffnung als unrealistisch erwies, da die Nutzerzahlen deutlich überschätzt wurden. Das Defizit stieg rasch auf rund 2 Millionen Euro an und konnte zunächst durch gutes Management sowie externe Beratung stabil gehalten werden. Spätestens jedoch seit Einführung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TvöD) und angesichts stark gestiegener Energiekosten sind derartige Einsparungen nicht mehr ausreichend.

Historisch betrachtet waren auch die beiden Vorgängerbäder – das Hallenbad an der Rudolf-Breitscheid-Straße sowie das ehemalige Freibad – stets defizitär. Im Jahr 2003 belief sich das gemeinsame Defizit beider Bäder bereits auf rund 1 Million Euro (ohne Abschreibungen und Zinsen). Das alte Hallenbad war nach rund 30 Betriebsjahren stark sanierungsbedürftig. Das Freibad hingegen litt unter baulichen Mängeln, da es aufgrund ungeeigneten Bodens einsank und somit nicht weiter betrieben werden konnte. Die exakten Überlegungen und Gründe für den Bau der heutigen Badebucht könnten sicherlich im Rathaus-Archiv genauer recherchiert werden.

Um die Badebucht am jetzigen Standort überhaupt realisieren zu können, waren aufwendige bauliche Maßnahmen notwendig: Es mussten zahlreiche Betonpfähle in den Untergrund eingebracht werden, auf denen dann die Betonplatte als Fundament errichtet wurde. Diese Konstruktion setzt der Weiterentwicklung des Standortes enge Grenzen. Für eine notwendige Flächenerweiterung – egal ob für ein kommunales oder privat betriebenes Erlebnisbad – wäre auch eine Erweiterung der Betonplatte erforderlich. Dies würde die Baukosten jedoch drastisch erhöhen und somit private Investoren abschrecken. Auch für die Kommune wären derartige Kosten kaum zu rechtfertigen.

Zudem machen die Tarifgehälter nach TVöD den Betrieb für potenzielle private Betreiber unattraktiv. Um Personalkosten zu senken, wären private Betreiber vermutlich gezwungen, Mitarbeiter zunächst zu entlassen, um ihnen anschließend niedriger dotierte Arbeitsverträge anzubieten – keine erstrebenswerte Lösung.

Auch die geografische Lage und das Einzugsgebiet sprechen gegen die Errichtung eines größeren Erlebnisbades: Im Süden grenzt Wedel direkt an die Elbe, im Nordwesten liegen die H-Dörfer sowie Uetersen, im Norden Appen und Pinneberg. Im Osten befindet sich Hamburg, das eher Nutzer abzieht als nach Wedel bringt. Um zusätzliche Gäste aus Elmshorn oder Hamburg anzuziehen, die für einen rentablen Betrieb notwendig wären, müsste das Bad über ein attraktives Alleinstellungsmerkmal (USP) verfügen. Dies wiederum setzt teure bauliche Erweiterungen voraus und verdeutlicht erneut das Kernproblem.

Die nüchterne Wahrheit lautet deshalb: Kein privater Investor hat Interesse an der Übernahme der Badebucht – nicht einmal dann, wenn die Stadt den Abriss selbst finanziert und das Grundstück symbolisch für einen Euro anbietet.

Für eine Kommune wäre zudem das finanzielle Risiko deutlich zu hoch. Planungsfehler oder unerwartete Kostensteigerungen könnten den Zuschussbedarf eines solchen Erlebnisbades rasch in eine Höhe treiben, die für eine finanziell angeschlagene Kommune wie Wedel nicht tragbar wäre.

Sowohl die Kombibad GmbH als auch die Stadtwerke, der Aufsichtsrat und zuletzt auch die Politik haben sich intensiv mit verschiedenen Szenarien auseinandergesetzt. Hierzu werden voraussichtlich noch Veröffentlichungen folgen. Die aktuell bevorzugte Variante sieht ein Investitionsvolumen von 15,3 Millionen Euro vor. Bei gleichbleibenden Raten und einer Laufzeit von 30 Jahren läge die jährliche Tilgung bei rund 510.000 Euro. Im Haushalt 2024 war für das alte Darlehen eine Tilgung von 700.000 Euro veranschlagt – vermutlich handelte es sich dabei um ein Annuitätendarlehen. Somit wäre die zukünftige finanzielle Situation nicht schlechter als die bisherige. Die Zinsen sind bereits Bestandteil des um 700.000€ niedrigeren Zuschusses von 1,6 Millionen Euro.

Allerdings stellt der wachsende Schuldenberg ein zunehmendes Problem dar. Wir wissen bereits jetzt, dass der Schuldenstand auf etwa 135 Millionen Euro anwachsen wird und weitere unvermeidbare Investitionen – wie etwa der Bau einer neuen Feuerwache – bevorstehen. Da auf absehbare Zeit keine nennenswerten Haushaltsüberschüsse zu erwarten sind, wird die Verschuldung weiter zunehmen.

Für das Haushaltsjahr 2026 sind bereits Investitionen für die Steinberghalle (ca. 2.016.500 Euro) und (bald) die Badebucht (8.874.500 Euro) eingeplant, was zusammen bereits rund 10,9 Millionen Euro entspricht. Ein Großteil des Investitionsbudgets wäre somit bereits verplant, ohne dass bisher eine umfassende Priorisierung stattgefunden hätte.

Zukunft der Badebucht Wedel gesichert? Stadt plant Millioneninvestition

Jan Luechau 11. März 2025
Keine Kommentare zu “Zukunft der Badebucht Wedel gesichert? Stadt plant Millioneninvestition”

Ohne Modernisierung droht das Aus für Wedels einziges Schwimmbad

Die Stadt Wedel steht vor einer entscheidenden Weichenstellung für die Zukunft der Badebucht. In der Ratssitzung am 27. März 2025 soll über die Finanzierung der dringend notwendigen Modernisierung des Kombibads entschieden werden. Sollte diese ausbleiben, droht der Stadt ein Schwimmbad-Aus, mit gravierenden Folgen für den Schul- und Vereinssport.

Warum ist die Modernisierung notwendig?

Die Badebucht ist in die Jahre gekommen und weist einen hohen Investitionsbedarf auf. Ohne grundlegende Sanierungsmaßnahmen kann der laufende Betrieb langfristig nicht aufrechterhalten werden.

Bereits am 17. Oktober 2024 hat der Rat im nicht-öffentlichen Teil eine Empfehlung für die Zukunft der Badebucht ausgesprochen. Die Geschäftsführung der Kombibad GmbH wurde beauftragt, eine überarbeitete Variante 3 weiterzuverfolgen. Diese sieht eine Fokussierung auf Schwimmsport und Schwimmausbildung vor, wobei die Sauna und Gastronomie optional weiterbetrieben werden können.

Die nun vorgelegte Finanzierungsplanung ist der entscheidende Schritt, um diesen Plan Realität werden zu lassen. Denn klar ist: Ohne eine gesicherte Finanzierung wird der Weiterbetrieb der Badebucht nicht möglich sein.

Hoher Jahresfehlbetrag: Stadt gleicht Verluste aus – Modernisierung soll Zuschussbedarf senken

Die Badebucht arbeitet seit Jahren mit einem hohen Jahresfehlbetrag, der von der Stadt Wedel durch den Defizitausgleich gedeckt wird. Die aktuellen Zahlen aus dem Wirtschaftsplan 2025-2028 zeigen ein deutliches strukturelles Defizit:

Jahr Geplanter Jahresfehlbetrag (€)
2025 -2.523.500
2026 -2.206.500
2027 -2.116.500
2028 -1.792.000

Die geplante Modernisierung verfolgt nicht nur das Ziel, die Badebucht weiter betreiben zu können, sondern auch langfristig die Betriebskosten zu senken. Durch Maßnahmen wie:

  • Energetische Sanierung (u. a. Gebäudeisolierung, neue Wasseraufbereitung)
  • Effizienzsteigerung bei der Technik
  • Reduzierung nicht kostendeckender Bereiche

soll sich der jährliche Zuschussbedarf verringern. Der Wirtschaftsplan zeigt, dass bereits 2028 ein Rückgang des Defizits auf unter 1,8 Millionen Euro erwartet wird.

Was passiert, wenn die Finanzierung scheitert?

  • Keine Schwimmstätte mehr: Die Badebucht müsste schließen, Wedel hätte dann kein öffentliches Schwimmbad mehr.
  • Schul- und Vereinsschwimmen in Gefahr: Schüler, Vereine und Freizeitschwimmer müssten auf Bäder in umliegenden Städten ausweichen – falls Kapazitäten dort überhaupt vorhanden sind.
  • Langfristige Folgen für die Stadt: Ohne eine Schwimmstätte verliert Wedel ein wichtiges Freizeit- und Sportangebot, was auch die Attraktivität der Stadt für Familien und Vereine schwächen würde.

Wie geht es weiter?

Am 17. März 2025 berät der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) über den Finanzierungsplan. Die finale Entscheidung fällt am 27. März 2025 im Rat der Stadt Wedel. Sollte der Beschluss positiv ausfallen, könnte die Modernisierung 2026 beginnen und die neue Badebucht im März 2027 eröffnen.

Die kommenden Wochen werden entscheidend für die Zukunft des Schwimmbads sein – und damit für alle, die auf eine funktionsfähige Schwimmstätte angewiesen sind.

Ausschusswoche März: Wichtige Themen und Entscheidungen

Jan Luechau 11. März 2025
Keine Kommentare zu “Ausschusswoche März: Wichtige Themen und Entscheidungen”

Ausschusswoche in Wedel: Wichtige Themen und Entscheidungen

In der kommenden Woche stehen in Wedel mehrere Ausschusssitzungen an, die richtungsweisende Entscheidungen für die Stadt bringen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Themen:


Planungsausschuss – 11. März 2025

📍 Rathaus Wedel | 🕕 18:30 Uhr

Zur Sitzungseinladung

  • Diskussion über das Innenstadtentwicklungskonzept
  • Neubau eines Mehrfamilienhauses in der Goethestraße 59
  • Beantwortung von Einwohnerfragen zu verschiedenen Bauprojekten

Sozialausschuss – 11. März 2025

📍 Rathaus Wedel | 🕕 19:00 Uhr

Zur Sitzungseinladung

  • Bericht zur aktuellen Belegung der städtischen Unterkünfte

Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport – 12. März 2025

📍 Rathaus Wedel | 🕕 19:00 Uhr

Zur Sitzungseinladung

  • Einführung einer Gebühr für die musikalische Früherziehung in Kitas
  • Vorstellung des Jahresberichts der Stadtbücherei

Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschuss – 13. März 2025

📍 Rathaus Wedel | 🕕 19:00 Uhr

Zur Sitzungseinladung

  • Vorstellung des neuen Fachbereichsleiters für Bauen und Umwelt
  • Bericht über die Zukunft des Kohlekraftwerks in Wedel
  • Antrag der CDU zur Rücknahme der Carsharing-Ausschreibung

Haupt- und Finanzausschuss – 17. März 2025

📍 Rathaus Wedel | 🕕 19:00 Uhr

Zur Sitzungseinladung

  • Vorstellung des Jahresabschlusses 2023 und Stellungnahme der Bürgermeisterin
  • Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung
  • Erhöhung der Vergnügungssteuer auf 20 % zur Verbesserung der städtischen Finanzen

Wichtige Anträge und Beschlüsse

  • 📌 CDU-Antrag: Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung
  • 📌 WSI-Antrag: Einführung fester Budgetgrenzen für verschiedene städtische Bereiche
  • 📌 FDP-Antrag: Nachbesetzung offener Stellen in der Verwaltung

Ichhalten Sie über die Entwicklungen in den Ausschüssen auf dem Laufenden. Bleiben Sie informiert auf wedel-politik.de!

Neues aus dem Rat: Wichtige Themen für Wedel im Fokus

Jan Luechau 23. Februar 2025
Keine Kommentare zu “Neues aus dem Rat: Wichtige Themen für Wedel im Fokus”

In den vergangenen Wochen gab es in Wedel einige bedeutende politische Entwicklungen. Neben der 17. Ratssitzung, in der zentrale Themen wie Carsharing, Schulkindbetreuung und die Sanierung der Steinberghalle behandelt wurden, steht die nächste Ratssitzung bereits bevor. Zudem wurde die neue Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto feierlich in ihr Amt eingeführt. Hier ein Überblick über die wichtigsten Ereignisse:

🔹 17. Ratssitzung: Entscheidungen mit Weitblick

In der letzten Sitzung wurden einige wichtige Beschlüsse für Wedel gefasst:

  • Carsharing: Die geplante Ausschreibung für ein Carsharing-Angebot wurde vorerst gestoppt. Offene Fragen zur finanziellen Beteiligung der Stadtwerke und Sparkasse müssen geklärt werden, um Risiken für die Stadt zu vermeiden.
  • Schulkindbetreuung: Aufgrund steigender Nachfrage soll die Betreuung an der Altstadtschule ausgeweitet werden. Die endgültige Entscheidung wurde jedoch vertagt, um eine bessere Planung sicherzustellen.
  • Sanierung der Steinberghalle: Die marode Sporthalle soll umfassend saniert werden. Der Rat hat beschlossen, die Arbeiten in zwei Bauabschnitten durchzuführen, um den Schul- und Vereinssport möglichst wenig zu beeinträchtigen.
  • Unterstützung für Veranstaltungen: Kulturelle Veranstaltungen wie das Hafenfest, das Landestrachtenfest und der Weihnachtsmarkt erhalten weiterhin städtische Unterstützung.

👉 Mehr zur Sitzung hier

🔹 18. Ratssitzung: Was kommt auf die Tagesordnung?

Am 28. Februar 2025 findet die nächste Ratssitzung statt. Wichtige Themen werden unter anderem die Anpassung der Verbandssatzung des Kommunit IT-Zweckverbandes sowie die Zukunft des Kita-Standortes im Fährenkamp sein. Wer sich vorab informieren möchte, findet hier die Einladung zur Sitzung:

👉 Einladung zur Sitzung

🔹 Amtseinführung der neuen Bürgermeisterin

Ein bedeutender Moment für Wedel war die feierliche Amtseinführung von Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto. In ihrer Antrittsrede stellte sie ihre politischen Prioritäten vor: Finanzielle Stabilität bis 2031, eine bessere Schulinfrastruktur und eine stärkere Bürgerbeteiligung. Sie rief dazu auf, politische Differenzen mit Respekt zu behandeln und gemeinsam an Wedels Zukunft zu arbeiten.

👉 Die Rede der Bürgermeisterin nachlesen

Falls ihr Fragen oder Anregungen habt, meldet euch gerne!

Zurück zur Sachlichkeit: Meine Antwort auf die Diskussion um „Lea Amann“

Jan Luechau 26. Januar 2025
Keine Kommentare zu “Zurück zur Sachlichkeit: Meine Antwort auf die Diskussion um „Lea Amann“”

Die Diskussion um meinen Newsletter und die Kritik an „Lea Amann“ hat in den Wedeler Facebook-Gruppen für einige Reaktionen gesorgt. Statt sich auf die Inhalte zu konzentrieren, ist die Debatte jedoch häufig in persönliche Angriffe abgedriftet. Warum wird lieber über Fakeprofile und vermeintliche Nebelkerzen gesprochen, anstatt die eigentlichen Argumente und Kritikpunkte aufzugreifen?

Neugierig?

In meinem neuesten Artikel analysiere ich die Facebook-Debatte rund um „Lea Amann“ und gehe auf die unsachliche Natur vieler Kommentare ein. Ich zeige, warum es so dringend notwendig ist, eine respektvolle und inhaltliche Diskussion zu führen – ohne Polemik, persönliche Angriffe oder das Ignorieren von Argumenten.

Lesen Sie jetzt den vollständigen Artikel:

Zurück zu einer sachlichen Diskussion: Inhalte statt persönliche Angriffe
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  4. UPDATE: Fakten statt Polemik: Warum die Kritik von Herrn Kaser an der AT1-Anleihe nicht überzeugt

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