Die Zukunft der P+R-Anlage am Wedeler Bahnhof nimmt Fahrt auf. Nachdem ein Brand im Juli 2025 die ohnehin sanierungsbedürftige Anlage endgültig unbrauchbar gemacht hat, drängt die CDU-Fraktion nun auf eine strukturierte Lösung. Ein aktueller Antrag für den kommenden Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschuss (UBF) am 20.11.2025 soll die Verwaltung beauftragen, die Weichen für eine grundlegende Neuentwicklung zu stellen.
Der Kern des Antrags
Die CDU-Fraktion fordert von der Stadtverwaltung drei konkrete Schritte, um aus dem aktuellen Stillstand herauszukommen:
- Erstellung eines Anforderungsprofils: Festlegung der künftigen Leistungsmerkmale der Anlage.
- Variantenvergleich: Untersuchung verschiedener baulicher und wirtschaftlicher Konzepte.
- Vorbereitung der Ausschreibungsunterlagen: Schaffung der formalen Voraussetzungen für eine zügige Umsetzung.
Hintergrund: Ein Bauwerk am Limit
Die in den 1980er-Jahren errichtete Anlage steht bereits seit langem vor massiven Problemen. Aufgrund der topographischen Lage drückt das Grundwasser dauerhaft gegen das halbunterirdische Bauwerk. Die Folgen sind:
- Hohe laufende Kosten: Jährlich fallen bis zu 200.000 Euro für Strom, Wartung und den Betrieb der Entwässerungspumpen an.
- Technischer Verschleiß: Feuchtigkeit dringt durch Risse und Fugen ein, was bereits 2016 den Bau einer Drainage erforderte.
- Zusätzliche Belastung durch Brandfolgen: Seit dem Feuer im Sommer 2025 ist die Anlage aufgrund von Schäden an der Statik und Verschmutzungen komplett gesperrt.
Die Vision: Öffentlich-Private Partnerschaft (PPP)
Angesichts des massiven finanziellen Drucks und des Haushaltskonsolidierungspfads der Stadt Wedel bis 2028 setzt die CDU auf innovative Finanzierungsmodelle. Die Fraktion spricht sich in der Begründung ihres Antrags explizit für ein Konzept in öffentlich-privater Partnerschaft aus.
Ein solches Modell könnte vorsehen, dass ein privater Partner die Ebenen über den Stellplätzen für eine Mischbebauung (z. B. Wohnen oder Gewerbe) entwickelt, während die Stadt die öffentliche Erschließung und das Parken für Pendler sichert. Dies könnte die Stadt finanziell entlasten und gleichzeitig den Bahnhofsbereich städtebaulich aufwerten.
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Detaillierte Hintergrundinformationen zur Geschichte und den technischen Problemen der Anlage finden Sie in unserem vorherigen Bericht: Brainstorming: Wie weiter mit der P+R-Anlage am Bahnhof Wedel?