Unterbringung 2026: Zwischen Entspannung und Sanierungsstau

Die Stadt Wedel hat zum Stichtag 31.01.2026 neue Zahlen zur Unterbringung von Geflüchteten und Obdachlosen vorgelegt. Während die Zuweisungszahlen sinken, steht die Verwaltung vor der Herausforderung, marode Unterkünfte zu ersetzen und gleichzeitig die Kosten für angemietete Wohnungen zu senken.

Die aktuelle Belegung im Überblick

Insgesamt stehen im Stadtgebiet 777 Plätze zur Verfügung, von denen aktuell 610 belegt sind. Dies entspricht einer Auslastung von rund 78,5 %.

Die Kapazitäten verteilen sich wie folgt:

  • Eigene Sammelunterkünfte: 315 Plätze (Belegung: 257)
  • Eigene Häuser/Wohnungen: 20 Plätze (Belegung: 17)
  • Angemietete Sammelunterkünfte: 169 Plätze (Belegung: 119)
  • Angemietete Wohnungen: 273 Plätze (Belegung: 217)

Besonders hervorzuheben ist die neue Unterkunft Steinberg 8a, die seit Januar 2026 genutzt wird und bereits zu über 50 % ausgelastet ist. Sie trägt maßgeblich dazu bei, dass das Problem der Unterbringung von Einzelpersonen aktuell als gelöst gilt.

Trends bei den Zuweisungen

Die Statistik der letzten Jahre zeigt einen deutlichen Rückgang bei den Neuzuweisungen. Waren es 2022 noch 158 Personen, sank die Zahl im Jahr 2025 auf 48 Personen (davon 15 aus der Ukraine). Durch erfolgreiche Wohnungsvermittlung und kontinuierliche Auszüge konnte die Stadt im vergangenen Jahr sogar auf die Anmietung neuen Wohnraums verzichten und bestehende Verträge kündigen.

Sanierungsbedarf und "abgängige" Objekte

Trotz der rechnerischen Unterbelegung ist die Lage angespannt, da viele Unterkünfte das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben:

  • Ansgariusweg: Die Container von 2015 sind nicht für eine Standdauer über 10 Jahre ausgelegt.
  • Moorweg: Die Unterkunft im Waldgebiet wird von den Behörden nur noch bis Ende 2030 geduldet.
  • Steinberg Altbau: Das Gebäude gilt als baufällig. Eigentlich war der Abriss geplant, doch die Plätze werden aktuell noch benötigt.

Investitionsplan und Perspektiven

Um die Handlungsfähigkeit zu erhalten und Mietkosten zu sparen, sind mehrere Bauprojekte in der Pipeline, die jedoch teils durch die Haushaltslage verzögert wurden.

Maßnahme Zeitplan Kapazität
Rissener Str. 94 (ehem. Fitnessstudio) Feb/März 2026 40-45 Plätze
Schulauer Straße (Ersatzbau) 2026–2027 33 Plätze
Bullenseedamm (Erweiterung) 2027–2028 17 Plätze

Ein wichtiges soziales Ziel der Verwaltung bleibt die Unterbringung von Familien in regulären Mietwohnungen, um eine Stigmatisierung der Kinder zu verhindern.

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    Ich finde die Ansiedelung von DHL gut und würde das gerne so beschloßen sehen. Die Idee eines zusätlichen EDEKA sehe ich skeptisch. Was garantiert uns das der Eigentümer nich EDEKAs an anderen Stellen in Wedel dafür schließt. Der EDEKA in den Welau-Arkaden wäre ein Ankermieter sein weggeang würde der Bahnhofstraße[…]
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    Da stimme ich Ihnen in weiten Teilen zu – insbesondere was die Notwendigkeit angeht, diesen „Schandfleck“ endlich sinnvoll zu entwickeln. Eine wirtschaftliche Nutzung mit dem Ziel, neue Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu generieren, ist aus Sicht der CDU absolut wünschenswert. Was mögliche Ansiedlungen wie DHL betrifft: Bisher liegen uns[…]
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    Worauf beruht die Annahme, das sich kein Investor für ein privat betriebenes Bad finden würde ?  
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    Fest steht, das das Gelände im jetzigen Zustand einen Schandfleck darstellt. Man sollte jede Möglichkeit nutzen, dort ein Unternehmen anzusiedeln. Wenn DHL in Wedel investieren möchte, wird doch sicherlich so etwas wie eine Machbarkeitsstudie existieren,auf die man aufbauen könnte. Es ist doch so: Ohne zusätzliche Steuereinnahmen kein Raum fü[…]
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    Ein Hinweis. Bei einem Betriebsübergang nach § 613a BGB werden auch die Arbeitsverträge übernommen. Eine Kündigung der Arbeitnehmer ist rechtlich selten durchsetzbar.