Sperrung des Autals vom Tisch: Warum wir die Anträge der GRÜNEN abgelehnt haben
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Sperrung des Autals vom Tisch: Warum wir die Anträge der GRÜNEN abgelehnt haben

Die Anträge und die dazugehörige Berichterstattung zur Baustelle im Autal haben in den vergangenen Tagen für viele Diskussionen in Wedel gesorgt. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hatte gefordert, das laufende Verkehrsgutachten zu stoppen, ein Beweissicherungsverfahren politisch anzuordnen und die Straße Autal für den gesamten KFZ-Verkehr komplett zu sperren. Wir haben diese Anträge im Rat intensiv und sachlich beraten und uns als CDU-Fraktion, wie alle anderen Fraktionen auch, dagegen entschieden.

Warum ein Stopp des Verkehrsgutachtens nicht zielführend ist

Ein zentraler Punkt der Anträge war die Forderung, das Verkehrsgutachten abzubrechen. Die Argumentation der Grünen stützte sich auf die Annahme einer strengen zeitlichen Abfolge: erst das Gutachten, dann die Beweissicherung und danach direkt die Sanierung. Eine solche starre Reihenfolge geht jedoch aus den offiziellen Informationen der Stadtwerke und der Verwaltung nicht hervor.

Zudem ist die von den Antragsstellern angenommene Zeitleiste hochgradig spekulativ. Selbst wenn zeitnah ein rechtliches Beweissicherungsverfahren startet, kann niemand garantieren, dass dieses nach wenigen Wochen abgeschlossen ist. Wir gehen jetzt in die Wintersaison, in der witterungsbedingte Bauverzögerungen an der Tagesordnung sind. Außerdem muss die ursprüngliche Baumaßnahme – die Verlegung der Leerrohre – im Bereich des Schadens ebenfalls noch beendet werden.

Beweissicherung ist bereits in Planung

Ein weiterer Bestandteil der Anträge war die formelle Einleitung eines Beweissicherungsverfahrens. Fakt ist: Laut den Angaben der Stadtwerke ist genau dieser Schritt bereits geplant. Wir müssen als Rat nicht politisch beschließen, was auf operativer Ebene ohnehin vorgesehen ist. Da die Klärung der Verantwortlichkeiten und der Kostenübernahme zwischen den beteiligten Baufirmen aussteht, wird dieser Fall voraussichtlich ohnehin vor Gericht verhandelt werden. Ein Gericht kann und wird in einem solchen Fall in der Regel eigene Gutachter bestellen.

Die Vollsperrung und das Gesamtbild der Verkehrsbelastung

Der massivste Eingriff, den die Anträge vorsahen, war die komplette Sperrung des Autals für den motorisierten Verkehr. Bei einer solchen Maßnahme müssen wir den Nutzen gegen den Schaden abwägen.

Unsere Ausweichstrecken sind bereits jetzt stark belastet. Wenn wir den Verkehr der Gegenrichtung zusätzlich auf diese Routen verlagern, droht ein Verkehrskollaps. Wie empfindlich das Verkehrsnetz in Wedel reagiert, hat die kurzfristige Baustelle in der Mühlenstraße kürzlich deutlich gezeigt. Der Eingriff einer Vollsperrung ist gravierend.

Der Nutzen, der diesem Schaden gegenübergestellt wird, ist die Vermeidung einer "weiteren Verfälschung der Beweise". Dabei bleibt offen, inwieweit die Beweise nicht ohnehin schon verändert sind. Der Schaden existiert seit vielen Monaten, und täglich passieren zahlreiche Fahrzeuge diese Stelle.

Sicherheit der Kinder nicht auf einen Bereich beschränken

In der Ratsdebatte wurde von Seiten der Grünen mehrfach betont, dass es bei der Verkehrssicherheit im Autal um den Schutz von Kindern geht. Das ist ein vollkommen richtiges und wichtiges Anliegen. Der Fehler der Anträge liegt jedoch in der isolierten Betrachtung des Autals.

Eine Vollsperrung führt unweigerlich zu Verdrängungsverkehr in andere Bereiche unserer Stadt. Das betrifft insbesondere die Kreuzung Pinneberger Straße/Mühlenstraße in unmittelbarer Nähe der Altstadtschule. Auch dort sind täglich viele Schülerinnen und Schüler zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs. Wir dürfen die Sicherheit in einem Bereich nicht dadurch erhöhen, dass wir den Verkehr in einen anderen, ebenso sensiblen Schulwegbereich verlagern.

Mein Fazit

Wir haben es bei diesen weitreichenden Forderungen mit zu vielen "Wenns" und offenen Fragen zu tun. Die Basis für eine Entscheidung, die den Verkehr in ganz Wedel massiv belasten würde, ist schlichtweg zu unsicher. Eine Vollsperrung löst das Problem nicht, sondern verlagert es nur an andere Stellen in unserer Stadt. Daher haben wir uns gegen diese Anträge entschieden.

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Ihr Jan Lüchau

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