Meine Haushaltsrede 2026: Ein Realitätscheck für Wedels Finanzen

In meiner diesjährigen Haushaltsrede habe ich einen neuen Weg gewählt: Wenn Worte allein nach über einem Jahrzehnt der Warnungen nicht mehr ausreichen, müssen Bilder die nackte Wahrheit verdeutlichen. Die finanzielle Lage unserer Stadt ist nicht mehr nur besorgniserregend – sie ist historisch kritisch.

Wir können uns unseren Alltag nicht mehr leisten

Die Zahlen der aktuellen Haushaltsplanung sind ein Alarmsignal, das wir nicht länger überhören dürfen. Während vergleichbare Städte in Schleswig-Holstein wie Ahrensburg oder Elmshorn ihre Finanzen trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Griff haben, ist Wedel zum Schlusslicht im Städtevergleich mutiert. Mit einem Defizit von über 9,6 Millionen Euro allein im laufenden Betrieb steht fest: Wir können uns unseren ganz normalen Alltag schlichtweg nicht mehr leisten. Wir geben täglich mehr Geld für Verwaltung, Personal und laufende Aufgaben aus, als wir einnehmen – und das noch bevor wir den ersten Euro in die notwendige Zukunft unserer Stadt investiert haben.

Verlust der finanziellen Souveränität

Die Konsequenzen dieser Schieflage greifen tief in unsere Handlungsfähigkeit ein. Ein gesundes Gemeinwesen muss in der Lage sein, seine Verpflichtungen aus eigener Kraft zu erfüllen. Die Realität in Wedel sieht jedoch anders aus: Wir können uns mittlerweile nicht einmal mehr unsere Tilgungen leisten. Wenn eine Stadt ihre Altschulden nicht mehr planmäßig abtragen kann, ohne dafür neue Kredite aufzunehmen, verwalten wir nur noch den Mangel. Wir schieben einen wachsenden Schuldenberg vor uns her, der uns jeglichen Gestaltungsspielraum raubt.

Der Weg in die Viertelmilliarde-Schuldenfalle

Die oft zitierten 150 Millionen Euro an prognostizierten Investitionsschulden bis 2030 sind leider nur die halbe Wahrheit. Rechnet man die Kassenkredite – vergleichbar mit einem ständig überzogenen Dispokredit zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit – von aktuell rund 85 Millionen Euro hinzu, steuert Wedel auf eine Gesamtverschuldung von einer viertel Milliarde Euro zu. Damit liegt unsere Pro-Kopf-Verschuldung bereits jetzt über der von großen kreisfreien Städten wie Kiel oder Lübeck. Das ist eine Last, die wir kommenden Generationen gegenüber nicht mehr rechtfertigen können.

Fokus statt Klientelpolitik

Wir müssen aufhören zu glauben, dass wir jedes gesellschaftliche Problem monetär über den städtischen Haushalt lösen können. Diese Form der Klientelpolitik hat uns in den finanziellen Abgrund geführt. Mein Appell an die Politik und die Verwaltung ist daher klar: Wir müssen jeden Stein umdrehen und zu einer ehrlichen, strukturellen Zusammenarbeit finden. Die Zeit der Zurückhaltung angesichts zweistelliger Millionenlöcher ist vorbei. Wir müssen jetzt konsequent handeln, um Wedel wieder handlungsfähig zu machen – für uns und für die Generationen nach uns.


Hier finden Sie die vollständigen Unterlagen:

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    Thomas Fritz kommentierte auf Sonntag, 13. April 2025 09:00
    Ich finde die Ansiedelung von DHL gut und würde das gerne so beschloßen sehen. Die Idee eines zusätlichen EDEKA sehe ich skeptisch. Was garantiert uns das der Eigentümer nich EDEKAs an anderen Stellen in Wedel dafür schließt. Der EDEKA in den Welau-Arkaden wäre ein Ankermieter sein weggeang würde der Bahnhofstraße[…]
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    Jan Luechau kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 20:32
    Da stimme ich Ihnen in weiten Teilen zu – insbesondere was die Notwendigkeit angeht, diesen „Schandfleck“ endlich sinnvoll zu entwickeln. Eine wirtschaftliche Nutzung mit dem Ziel, neue Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu generieren, ist aus Sicht der CDU absolut wünschenswert. Was mögliche Ansiedlungen wie DHL betrifft: Bisher liegen uns[…]
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    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung zum Artikel – auch wenn der Ton wieder einmal mehr auf Provokation als auf konstruktiven Austausch abzielt. Ich möchte dennoch auf Ihre Punkte eingehen: Warum wird das Personal in der Verwaltung aufgestockt? Ein Großteil der neuen Stellen resultiert aus rechtlichen Verpflichtungen. Ein Teil der nicht[…]
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    Die Annahme ergibt sich direkt aus den im Artikel genannten Punkten.
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    Jan Luechau kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 19:30
    Vielen Dank für den Hinweis – völlig richtig: Bei einem Betriebsübergang nach § 613a BGB werden die Arbeitsverhältnisse in der Regel unverändert übernommen. Das schränkt natürlich auch die „Flexibilität“ eines möglichen privaten Betreibers deutlich ein und ist ein weiterer Grund, warum die Übernahme eines defizitären Betriebs w[…]
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    Warum wird das Personal in der Verwaltung aufgestockt.? Warum investiert die Stadtsparkasse in Holm und nicht in Wedel? Warum wird die Sparkasse nicht zu Geld gemacht? Letztendlich wundert mich auch folgendes: Wo war die CDU in den letzten 12 Jahren? Soweit ich mich erinnere, wurde Niels Schmidt urch die CDU[…]
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    Worauf beruht die Annahme, das sich kein Investor für ein privat betriebenes Bad finden würde ?  
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    Frank fuchs kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 07:27
    Fest steht, das das Gelände im jetzigen Zustand einen Schandfleck darstellt. Man sollte jede Möglichkeit nutzen, dort ein Unternehmen anzusiedeln. Wenn DHL in Wedel investieren möchte, wird doch sicherlich so etwas wie eine Machbarkeitsstudie existieren,auf die man aufbauen könnte. Es ist doch so: Ohne zusätzliche Steuereinnahmen kein Raum fü[…]
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    Renate Palm kommentierte auf Freitag, 21. März 2025 20:04
    Ein Hinweis. Bei einem Betriebsübergang nach § 613a BGB werden auch die Arbeitsverträge übernommen. Eine Kündigung der Arbeitnehmer ist rechtlich selten durchsetzbar.