Im Planungsausschuss am 25. August 2026 hat der Projektentwickler baucon eine aktualisierte Konzeption für das Bauprojekt "Strandbadhöfe" am Strandbaddamm 2-4 vorgestellt. Da dieses Bauvorhaben für die Stadtentwicklung von Bedeutung ist, möchte ich Ihnen im Folgenden die wesentlichen Änderungen und die dazugehörigen Hintergründe zusammenfassen.
Was bisher geplant war
In den vergangenen Jahren wurde das Projekt mehrfach im Ausschuss beraten und stetig weiterentwickelt.
- Noch im Juni 2024 sah die Planung ein Verhältnis von etwa 51 Prozent Gewerbe- und 49 Prozent Wohnflächen vor.
- Damals ging man von insgesamt rund 136 Wohneinheiten aus.
- 49 dieser Wohnungen waren als geförderter Wohnraum vorgesehen.
Warum sich die Planung ändert
Die Marktsituation für Gewerbeimmobilien hat sich in der jüngeren Vergangenheit deutlich verändert, was Auswirkungen auf die Machbarkeit des Projekts hat.
- Der Leerstand für Gewerbeflächen in Hamburg und Umgebung ist gestiegen, im Jahr 2026 liegt er bei 7 Prozent.
- Durch Homeoffice und neue hybride Arbeitsmodelle benötigen Unternehmen heutzutage weniger Bürofläche.
- Laut Projektentwickler gibt es für den Standort am Strandbaddamm derzeit keine belastbare Nachfrage für Gewerbeflächen, sodass ein Festhalten an den alten Plänen zu einem strukturellen Leerstand geführt hätte.
Das neue Konzept im Überblick
Um das Projekt wirtschaftlich umsetzen zu können und gewerblichen Leerstand zu vermeiden, hat der Entwickler vorgeschlagen, den Anteil der Wohnungen deutlich zu erhöhen.
- Neue Nutzungsverteilung: Künftig sollen 90 Prozent der Flächen für Wohnen und nur noch 10 Prozent für Gewerbe (im Erdgeschoss) genutzt werden.
- Anzahl der Wohnungen: Aufgrund der Umverteilung sind nun insgesamt etwa 360 Wohneinheiten geplant.
- Geförderter Wohnraum: Der prozentuale Anteil an gefördertem Wohnraum bleibt bei 30 Prozent. Da insgesamt mehr Wohnfläche entsteht, steigt die Zahl der geförderten Einheiten in der Planung deutlich auf etwa 108 Wohnungen an.
- Städtebau und Architektur: Die städtebauliche Grundkonzeption bleibt bestehen. Es sind weiterhin drei bauliche Blöcke mit begrünten Innenhöfen, Durchwegungen und Sockelgeschossen für das Parken (geplant sind ca. 273 Stellplätze) vorgesehen. Auch der bereits erarbeitete Gestaltungsleitfaden gilt weiter.
- Wohnformen: Neben klassischen Wohnungen sollen auf einer Teilfläche (etwa 10 Prozent der Wohnfläche) auch bedarfsgerechte Alternativen wie Seniorenwohnungen, Studentenwohnungen oder Clusterwohnungen geprüft werden.
Das Bebauungsplanverfahren sowie die dazugehörigen Gutachten (zum Beispiel für den Verkehr) müssen nun in Zusammenarbeit mit der Verwaltung an diese neuen Rahmenbedingungen angepasst werden.
Weitere Informationen zum Thema
Wer sich tiefer in die Materie einlesen möchte, findet hier die originalen Dokumente und Presseberichte:
- Präsentation aus dem Planungsausschuss (Sitzungsdienst der Stadt Wedel): Hier die Präsentation ansehen
- Artikel auf Wedel-Klartext: Strandbad-Höfe statt Schneider-Hallen
- Informationen des Entwicklers: Projektseite baucon
Ihr Jan Lüchau
Abonnieren Sie meinen Newsletter und erhalten Sie fundierte Analysen zur Wedeler Kommunalpolitik direkt in Ihr Postfach.
Jetzt abonnieren