Bauvorhaben der Sparkasse in der Bahnhofstraße: Der aktuelle Stand

das geplante Neubauprojekt der Stadtsparkasse an der Bahnhofstraße 18a beschäftigt uns in der Kommunalpolitik nun schon seit einigen Monaten. Im April wurde das Vorhaben im Planungsausschuss vorgestellt und stieß dabei auf Kritik. In der kommenden Sitzung des Planungsausschusses am 22. September und abschließend im Rat am 8. Oktober 2026 soll nun über eine angepasste Version abgestimmt werden.

Ich möchte Ihnen hier aufschlüsseln, was genau geplant ist, welche Bedenken im Raum standen und wie der aktuelle Beschlussvorschlag aussieht.

Rückblick: Vorstellung im April und Kritik auf wedel-klartext

Ursprünglich wurde das Projekt an der Bahnhofstraße bereits vor dreieinhalb Jahren vorgestellt, damals allerdings noch unter der Regie eines anderen Bauträgers. Die Stadtsparkasse hat als neue Grundstückseigentümerin die Pläne aufgrund der aktuellen Baukosten und der Marktsituation überarbeitet.

Im Frühjahr präsentierte die Sparkasse einen Entwurf, der unter anderem 51 Wohnungen vorsah. Wie auch im lokalen Portal wedel-klartext ausführlich berichtet wurde, regte sich gegen diese erste Planung deutlicher politischer Widerspruch aus verschiedenen Fraktionen. Die zentralen Kritikpunkte waren:

  • Fehlender geförderter Wohnraum: Die Sparkasse wollte aufgrund aus ihrer Sicht ungünstiger Förderrichtlinien zunächst komplett darauf verzichten, geförderten Wohnraum zu errichten. Kritiker in den Ausschüssen und bei wedel-klartext forderten jedoch, dass das Institut als öffentlich-rechtliches Unternehmen bei bezahlbarem Wohnraum mit gutem Beispiel vorangehen müsse.
  • Gebäudegröße und "Bauturbo": Der Entwurf umfasste vier Vollgeschosse plus Staffelgeschoss und überschritt damit den Rahmen von drei Geschossen aus einem früheren Bauvorbescheid. Die Anwendung des sogenannten "Bauturbos" zur Genehmigung (nach § 34 Abs. 3b BauGB) wurde kritisch gesehen, da bemängelt wurde, das massivere Gebäude füge sich nicht mehr in die bestehende Umgebung ein.
  • Baumschutz: Es gab zudem offene Fragen, ob die geschützten Platanen auf dem Grundstück bei dieser Ausnutzung der Grundfläche erhalten bleiben können.
  • Verkehrsführung: Ein Kritikpunkt bleibt die verkehrliche Erschließung. Die Verkehrsführung muss ollständig über den Eichendorffweg erfolgen, weil es sich bei der Straße auf der Nordseite zwischen Lehmann und der Bäckerei Junge um eine Privatstraße handelt. 

Der aktuelle Beschlussvorschlag: Was jetzt abgestimmt wird

In den vergangenen Monaten wurde weiter verhandelt. Nun liegt ein neuer Beschlussvorschlag vor, über den wir entscheiden werden. Die Stadtverwaltung empfiehlt der Politik, dem überarbeiteten Vorhaben zuzustimmen.

Die Pläne sehen nun wie folgt aus:

  • Anzahl der Wohnungen: Es sollen nun 41 Wohneinheiten sowie eine Gewerbeeinheit im Erdgeschoss entstehen.
  • Mietpreisgedämpfter Wohnraum: Die Sparkasse kommt der politischen Forderung nach bezahlbarem Wohnraum ein Stück weit entgegen. In einem städtebaulichen Vertrag ist nun verbindlich geregelt, dass fünf Wohnungen (insgesamt rund 400 Quadratmeter) zu vergünstigten Mietpreisen angeboten werden.
  • Gebäudehöhe: Es bleibt bei dem Plan von vier Vollgeschossen und einem zurückspringenden Staffelgeschoss.
  • Infrastrukturkosten: Für das zusätzliche vierte Geschoss zahlt die Sparkasse einen Beitrag nach dem Folgekostenkonzept für soziale Infrastrukturen der Stadt Wedel. Dies wurde ebenfalls im Vertrag fixiert.
  • Parken und Verkehr: Die Autos sollen überwiegend in einer Tiefgarage parken. Wenige Stellplätze sowie die Zufahrt werden oberirdisch auf der Nordseite angelegt.
  • Nachhaltigkeit: Das Gebäude bekommt eine extensive Dachbegrünung sowie eine Photovoltaikanlage.

Die Genehmigung des Gebäudes soll über den erwähnten "Bauturbo" (§ 34 Abs. 3b BauGB) erfolgen. Die Stadtverwaltung argumentiert, dass das Grundstück zentral liegt und eine Nachverdichtung hier sinnvoll ist, da bereits versiegelte Flächen im Stadtzentrum genutzt werden und keine neuen Freiflächen in Anspruch genommen werden. Sollte der Rat nicht zustimmen, bleibt das bestehende Gebäude entweder erhalten oder die Sparkasse könnte voraussichtlich auf den alten Bauvorbescheid zurückgreifen, der jedoch nur drei Geschosse und somit deutlich weniger Wohnraum erlaubt.

Weitere Informationen zum Thema

Wenn Sie sich die offiziellen Dokumente, den Entwurf des städtebaulichen Vertrags und die Bauzeichnungen im Detail ansehen möchten, finden Sie hier die entsprechenden Unterlagen der Stadt:

Ihr Jan Lüchau

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