Am Montag, den 16. Februar 2026, findet um 18:30 Uhr eine Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) im Ratssaal des Rathauses in Wedel statt. Die Tagesordnung umfasst eine Vielzahl an finanz- und stadtentwicklungspolitischen Themen, wobei die Haushaltsplanung für die Jahre 2026 und 2027 im Mittelpunkt steht.
Schwerpunktthema: Haushalt 2026/2027
Ein wesentlicher Teil der Sitzung ist den Beratungen zur Haushaltssatzung und zum Haushaltsplan gewidmet. Die finanzielle Situation der Stadt stellt sich dabei als Herausforderung dar, da der Entwurf für alle Planungsjahre Defizite ausweist, was eine Genehmigung durch die Kommunalaufsicht erforderlich macht. Prognosen zeigen, dass das Eigenkapital ohne Gegensteuern bis zum Jahr 2028 vollständig aufgebraucht sein könnte.
Einen Kommentar zur aktuellen finanziellen Situation finden Sie hier: Wedel am finanziellen Scheideweg.
Zu diesem Themenkomplex liegen zudem verschiedene Anträge vor:
- Antrag der CDU-Fraktion: Es wird ein Haushaltsbegleitbeschluss vorgeschlagen, der das Ziel eines defizitfreien Haushalts bis 2028 bekräftigt und die Verwaltung mit der Identifizierung weiterer Konsolidierungsmaßnahmen beauftragt. Zum Haushaltsbegleitbeschluss wird es noch einen ausführlichen Artikel geben.
- Antrag der WSI-Fraktion: Die Fraktion beantragt die Aufstellung eines Einzelhaushaltes für das Jahr 2026 anstelle eines Doppelhaushaltes.
- Seniorenbeirat: Es liegt ein Antrag zur konsequenten Umsetzung der Barrierefreiheit in öffentlichen Bereichen vor.
- Beantwortung von Haushaltsfragen: Die Verwaltung liefert Antworten auf detaillierte Anfragen der Fraktionen, unter anderem zur internen Leistungsverrechnung und zu den Schulkostenbeiträgen für auswärtige Schüler.
Stadthafen und Schulinfrastruktur
Zwei weitere große Projekte stehen zur Debatte:
- Stadthafen Wedel: Die Ausschussmitglieder beraten über die Entwicklung eines Nutzungskonzeptes und die Erteilung eines Auftrages an die Verwaltung für weitere Verhandlungen zur Projektentwicklung.
Wichtig für die Stadt: Den Investoren soll eine Planungssicherheit bis zum 30. September 2026 gewährt werden, wobei für Wedel selbst keinerlei Kosten oder Risiken entstehen.
Antworten auf die Fragen der Fraktionen
Im Vorfeld hatten die Fraktionen (CDU, SPD und Grüne) detaillierte Fragen zur Ausrichtung des Hafens gestellt. Die nun vorliegenden Antworten der Projektentwickler geben wichtige Einblicke:
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- Kein „Wohlstandsghetto“: Die Planer entgegnen der Sorge vor einem elitären Rückzugsort deutlich. Ziel ist ein Angebot für den Durchschnittsurlauber. Ein Hausboot für bis zu acht Personen soll saisonal zwischen 300 und 400 Euro pro Nacht kosten – das entspricht bei voller Belegung weniger als 60 Euro pro Person und liegt damit im Bereich normaler Ferienwohnungen.
- Offenheit für alle: Der Hafen soll ein Ort für alle Wedeler und Gäste bleiben. Gastronomie und öffentliche Flächen sollen bewusst keine exklusiven Zonen werden. Ein Anspruch auf absolute Ungestörtheit soll von Tag eins an vermieden werden, um Konflikte mit bestehenden Nutzungen – wie feiernden Jugendlichen oder grillenden Familien – gar nicht erst entstehen zu lassen.
- Technische Herausforderungen: Themen wie die notwendige jährliche Sedimenträumung (Baggerung) und die Versorgung mit Wasser, Strom und Abwasserentsorgung sind bereits Teil der laufenden Detailplanung.
- Elbschule Wedel: Ein Tagesordnungspunkt befasst sich mit der Sicherung des Schulstandortes, wobei konkret die Nutzung des Geländes des Förderzentrums thematisiert wird. Zum Antrag der Elbschule gibt es bereits diesen Artikel: CDU und WSI: Gemeinsamer Plan für die Elbschule – eine Chance für Wedel.
Weitere Beratungspunkte
Darüber hinaus werden unter anderem folgende Themen behandelt:
- Haushaltssicherung: Die Kündigung des Kooperationsvertrages mit dem Kreis Pinneberg zur Abwicklung der Telefonzentrale als Konsolidierungsmaßnahme.
- Stadtentwässerung: Beratung über die 1. Nachtragssatzung zur Betriebssatzung.
- Berichterstattung: Die Verwaltung informiert über den aktuellen Stand der Haushaltssicherung 2028.
Die Sitzung beginnt mit einer Einwohnerfragestunde, in der Bürgerinnen und Bürger aktuelle Fragen an die Verwaltung richten können. Sollte die Tagesordnung nicht bis 22:00 Uhr abgeschlossen sein, ist ein Fortsetzungstermin für den 18. Februar 2026 vorgesehen.