Im Rat wurde nun die aktualisierte Übersicht der Projektgruppen zur Haushaltssicherung mit dem Stand vom 28. September 2026 vor. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um Ihnen einen sachlichen Überblick über den derzeitigen Stand der geplanten Einsparungen und Einnahmeverbesserungen zu geben.
Der aktuelle Stand der Zahlen
Ein Blick auf das laufende Haushaltsjahr 2026 zeigt folgendes Bild: Über alle 30 Projektgruppen hinweg waren Ergebnisverbesserungen in Höhe von 5.008.300 Euro eingeplant. Davon sind bislang 4.002.802 Euro fest realisiert. Das entspricht einer Umsetzungsquote von rund 80 Prozent. Es verbleibt für das aktuelle Jahr somit eine Differenz von knapp einer Million Euro zum Ursprungsplan.
Für das kommende Jahr 2027 sieht die Planung eine Steigerung der Konsolidierungsmaßnahmen auf 7.033.200 Euro vor. Von dieser Summe gelten zum jetzigen Zeitpunkt 4.054.523 Euro als gesichert realisiert. Damit ist für 2027 derzeit eine Quote von knapp 58 Prozent erreicht. Für das darauffolgende Jahr 2028 ist laut der Übersicht eine erneute Steigerung der Zielvorgabe auf 9.479.700 Euro angesetzt.
Ein Blick in die Projektgruppen
Um diese Gesamtzahlen besser einordnen zu können, lohnt sich ein Blick in die Details der einzelnen Maßnahmen.
Wo Vorgaben erreicht oder übertroffen wurden
Einige Projektgruppen konnten ihre Vorgaben erfolgreich umsetzen oder sogar übertreffen:
- Verwaltungssteuerung und Service (PG 3): Hier wurden für 2026 ursprünglich 250.000 Euro eingeplant. Realisiert wurden beachtliche 405.640 Euro. Dies gelang unter anderem durch Einsparungen bei Wartungs- und Softwareverträgen sowie die Rückführung der Telefonzentrale in die städtische Betreuung.
- Stadtbücherei (PG 10): Statt der geplanten 25.000 Euro für 2026 konnten hier 35.000 Euro durch Anpassungen im Medienbereich eingespart werden.
- Grundsteuer (PG 30): Die beschlossene Hebesatzerhöhung bringt mit realisierten 1.300.000 Euro mehr Ertrag als die ursprünglich für 2026 veranschlagten 1.130.000 Euro.
Wo die Umsetzung noch auf sich warten lässt
Diesen positiven Entwicklungen stehen jedoch Projekte gegenüber, bei denen derzeit noch keine realisierten Verbesserungen verbucht werden konnten:
- Parkplätze (PG 5): Für 2026 waren hier Einnahmen von 80.000 Euro vorgesehen. Bislang wurde hiervon noch nichts realisiert. Aktuell wird laut Verwaltung das Leistungsverzeichnis für neue Parkscheinautomaten finalisiert.
- Tageseinrichtungen für Kinder (PG 17): Für das Jahr 2027 ist ein Planwert von 800.000 Euro angesetzt, dem derzeit keine realisierten Beträge gegenüberstehen. In den Bemerkungen wird hierzu auf noch laufende Verhandlungen mit den Trägern verwiesen.
- Schulsozialarbeit (PG 7): Für 2027 sind 200.000 Euro eingeplant, die bislang nicht umgesetzt sind.
Meine persönliche Einordnung
Die vorliegenden Zahlen dokumentieren eine deutliche Diskrepanz zwischen der politischen Zielsetzung und der administrativen Umsetzung in der Praxis. Wenn bereits im laufenden Jahr rund 20 Prozent der fest eingeplanten Summe nicht realisiert werden können, wirft dies berechtigte Fragen auf.
Besonders der Ausblick auf das Jahr 2027 zeigt, dass unser Haushalt strukturell weiter unter Druck bleibt. Wenn bei wesentlichen Posten, wie etwa den Kitas, für das kommende Jahr hohe Beträge komplett in der Schwebe hängen, baut sich hier eine finanzielle Bugwelle auf. Die bisherigen Bemühungen greifen aus meiner Sicht zu kurz, um die städtischen Finanzen verlässlich zu stabilisieren. Kleine Übererfüllungen trösten nicht darüber hinweg, dass das Defizit nicht annähernd schnell genug abgebaut wird. Dieser Zustand macht ein Umdenken hin zu belastbareren und realistischeren Finanzkonzepten zwingend erforderlich.
Weitere Informationen zum Thema
- Meine Rubrik „Haushaltssicherung 2028“: Hier finden Sie alle bisherigen Beiträge und Analysen zum Thema auf wedel-politik.de
- Grundlage dieses Beitrags: Übersicht Projektgruppen Haushaltssicherung (Stand: 28.09.2026)
Ihr Jan Lüchau